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Die Modalverben “sollen” und “müssen”
– objektiver Gebrauch –

Hier lernst du alles, was du über die Modalverben “sollen” und “müssen” wissen musst.

Diese beiden Modalverben kann man “subjektiv” und “objektiv” gebrauchen. Der subjektive Gebrauch ist für Fortgeschrittene, ich ich behandle diese Form auf einer gesonderten Page.

Konjugation der Modalverben “sollen” und “müssen”

Bei der Konjugation von Modalverben, musst du vor allem darauf achten, dass im Singular kein Umlaut vorhanden ist. Aus “müssen” wird   hier also “ich muss”. Manche Modalverben mit Umlaut ändern ihren Stammvokal sogar komplett. Zum Beispiel wird, aus “dürfen” “ich darf”, aber das ist hier nicht unser Thema.

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Die Konjugation der Modalverben im Präteritum bzw. Imperfekt findest du unter der entsprechenden auf der Page zum Präteritum.

Das Partizip II von Modalverben

Bei Modalverben ist das Partizip II formal identisch mit dem Infinitiv. Die drei Formen der Modalverben (Infinitiv, Präteritum, Partizip II) musst du also so lernen:

sollen (Infinitiv), sollte (Präteritum), sollen (Partizip II)
müssen, musste, müssen
können, konnte, können
wollen, wollte, wollen,
dürfen, durfte, dürfen


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Bedeutung und Gebrauch von müssen und sollen

Wir beginnen mit dem Modalverb müssen (in der objektiven Bedeutung).

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Erklärung der Grafik zum Modalverb müssen

Das Modalverb müssen verwenden wir, wenn wir betonen wollen, dass eine Handlung zwingend erforderlich ist, um ein Ziel zu erreichen. Wir haben also ein Subjekt, das Subjekt möchte ein Ziel erreichen. Da der direkte Weg nicht möglich ist, muss das Subjekt zunächst eine erforderliche Handlung ausführen, um das Ziel zu erreichen. Das Modalverb müssen betont in einem Satz genau diese Notwendigkeit einer Handlung.

Beispiele für das Modalverb müssen:

Paul möchte Fahrrad fahren. Leider hat er einen Platten. Er muss seinen Reifen flicken (um das Ziel des Fahrradfahrens zu erreichen).

Paul möchte in ein Konzert gehen. Er kann aber nicht direkt ins Konzert gehen. Vorher muss er eine Eintrittskarte kaufen: Paul sagt: Ich muss noch eine Eintrittskarte kaufen (sonst kann ich nicht ins Konzert gehen.).

Paul möchte einen guten Deutsch-Test schreiben (Ziel). Dafür muss er vorher fleißig Vokabeln lernen. Paul: Ich muss heute noch Vokabeln lernen (weil ich einen guten Test schreiben möchte).

Das Modalverb müssen betont also die Notwendigkeit einer Handlung zum Erreichen eines Ziels. Den Fokus auf die Notwendigkeit drücken wir mit müssen aus.

Das Modalverb sollen

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Bei dem Modalverb sollen erhält das Subjekt von jemand anderem den Auftrag, etwas zu tun, damit ein Ziel erreicht wird. Den “Auftraggeber” habe ich in der Grafik einfach verständlich “Boss” genannt. Der Boss gibt dem Subjekt den Auftrag, etwas zu tun.

Beispielsituationen für das Modalverb sollen:

Der Lehrer sagt dem Schüler: Der Whiteboardstift funktioniert nicht mehr. Bitte geh ins Sekretariat und hol einen neuen. Der Schüler geht ins Sekretariat und sagt: Ich soll einen neuen Whiteboardstift holen.

Der Bote sagt: Der Chef schickt mich, ich soll hier Druckerpapier abholen.

Ich sage zu dem Freund unseres Sohnes: Deine Mutter hat angerufen, du sollst nach Hause kommen.

Video zu den Modalverben müssen und sollen (objektiver Gebrauch)